Passenger
Passenger, alias Mike Rosenberg, gehört zu den unverwechselbaren Stimmen der internationalen Singer/Songwriter-Szene. Mit seiner warmen, melancholischen Stimme und Songs wie „Let Her Go“ hat sich der britische Künstler vom Straßenmusiker zum gefeierten Weltstar entwickelt.
Es gab eine Zeit, da hatte sich Rosenberg mit der Verlässlichkeit des Alleinseins eingerichtet. Mit mittlerweile 42 Jahren blickte der Singer/Songwriter auf eine erfolgreiche, aber rastlose Karriere zurück. „Ich hatte mich langsam mit dem Gedanken abgefunden, vielleicht nie eine eigene Familie zu haben“, erzählt Rosenberg rückblickend. Doch dann kam alles anders – auf eine Art und Weise, die er selbst als „romantisch und fast schon absurd nach Hollywood“ beschreibt. Die Liebe seines Lebens stand nämlich längst neben ihm auf der Bühne. Zehn Jahre lang war Rebekah seine Managerin, begleitete ihn durch Tourbusse, Promo-Marathons und Videodrehs weltweit. Nach der Pandemie funkte es zwischen den beiden. Das Risiko war hoch: „Vom Arbeitsverhältnis in eine Beziehung zu wechseln, macht Angst. Je älter man wird, desto mehr Schrammen hat man von der Liebe davongetragen“, gesteht Rosenberg.
Genau aus diesem elektrisierenden Schwebezustand zwischen Angst und Hingabe speist sich sein neues Werk „Wild Love“. Es ist das bisher wohl persönlichste und facettenreichste Album des Musikers.
Die Stücke fangen das gesamte Spektrum der Liebe ein, von der nagenden Ungewissheit im fröhlichen, perkussiven „Caution To The Wind“ bis hin zum hymnischen Titelsong, dem Herzstück der Platte. Selbst vor klanglichen Experimenten schreckte er im Studio in den South Downs nicht zurück: Bei „Caution To The Wind“ ließ er sich vom 80er-Jahre-Klaviersound Bruce Hornsbys inspirieren. „Ich hatte zu jener Zeit absolut keine Kontrolle über meine Gefühle. Da durfte auch die Musik nicht zu kontrolliert klingen“, lacht er. Auch Songs wie der Opener „Boomerang“ spiegeln den Wandel wider: Entstanden in der Monotonie der Pandemie, entlädt sich darin der Wunsch nach Neuanfang.
Wer Passenger einmal live erlebt hat, weiß jedoch, dass seine Songs erst auf der Bühne ihre volle Magie entfalten. Der Mann, der einst nur mit Gitarre und Verstärker auf Bürgersteigen stand, versteht es wie kaum ein zweiter, selbst riesige Hallen in intime Wohnzimmer zu verwandeln. Seine Live-Konzerte sind eine emotionale Achterbahnfahrt: Zwischen melancholischen Balladen, mitreißenden Mitsing-Hymnen und seinen humorvollen, charmanten Anekdoten entsteht eine besondere Nähe zum Publikum, die man im modernen Popgeschäft nur noch selten findet.
Diese unvergleichliche Live-Energie bringt Mike Rosenberg bald auch wieder nach Berlin. Ein Pflichttermin fĂĽr alle Liebhaber*innen ehrlicher, handgemachter Musik.