Death Cab for Cutie
Als Death Cab For Cutie mit der Arbeit an einem neuen Album beginnen wollten, machte ihnen Corona natĂĽrlich einen Strich durch die Rechnung. Gemeinsam ins Studio gehen konnten sie nicht mehr. Schon gar nicht, weil Sänger Ben Gibbard, Bassist Nick Harmer, Schlagzeuger Jason McGerr und die noch relativ neuen Bandmitglieder, die Gitarristen und Keyboarder Dave Depper und Zac Rae, in fĂĽnf verschiedenen Städten wohnten. Also fĂĽhrten die Indie-Rocker ein fast schon gewerkschaftliches Arbeitsmodell ein, wie Gibbard beschreibt: „Montag bis Freitag sind die fĂĽnf Arbeitstage, wir sind zu fĂĽnft in der Band. Also arbeitete einer am Montag an einem Track und reichte ihn weiter.“ An jedem Tag musste jeder mit seinem Part fertig sein. Da gab es keine Zeit, lange nachzudenken, sagt Harmer: „Immer musste ich etwas Ăśberzeugendes beisteuern, sonst wäre der Flow verloren gegangen.“ Aber dadurch entwickelten die Jungs immer weiter Ideen, die es vielleicht bei der gemeinsamen Arbeit im Studio niemals gegeben hätte. Immer am Freitag war der rohe Mix eines Songs fertig. Nicht alle davon haben es auf die zehnte Platte „Asphalt Meadows“, die am 16. September erscheint, geschafft, aber mehr als die Hälfte ist tatsächlich in diesem kollektiven Prozess entstanden. Diese Demos verfeinerten Death Cab For Cutie zusammen mit ihrem Produzenten John Congleton bis die elf StĂĽcke des neuen Albums fertig waren. Dass sich dabei der Sound des Quintetts wieder einmal gewandelt hat, dĂĽrfte keine Ăśberraschung sein, aber das war bei ihnen ja schon immer der Fall. Jedes Album, so lautet das Credo, muss seinen eigenen Charakter entwickeln – und so viele StĂĽcke wie möglich mĂĽssen auch auf der BĂĽhne zĂĽnden. Aber das ist den achtfach fĂĽr den Grammy nominierten Herren in ihrer langen Karriere ja immer gelungen. Darum dĂĽrfen wir uns auch schon sehr auf die Tour von Death Cab For Cutie im kommenden März freuen.