Unterholz am Oberbaum #2

Freitag
Fr 20. September 2019
Einlass 18 h Beginn 19 h
Eventbild

Obacht: erhältlich sind Kombitickets für beide Tage, aber auch Tagestickets für jeden einzelnen. Die Kombitickets sind preislich vermutlich sinnvoller, aber das sehr ihr ja selbst bei Eventim. Außerdem im Angebot sind “5 Freunde”-Gruppen-Tickets (sowohl für die Kombi- als auch die Tagesvariante) – für ca. 4 Personen zahlen und zu fünft am Einlass erscheinen. Choose wisely!

Auch 2019 wird es wieder einen September geben: und am 20. und 21. jenes Monats zaubern wir Newcomer und alte Hasen auf die Bühnen des Musik & Frieden. Eine Menge Bands, die vielleicht noch zu wenig Leute kennen, und ein paar, die schon bekannter sind. Am Freitag geht’s rund im “schwarzen Zimmer”. Irgendwie und irgendwas und irgendwo zwischen Indierock und Electropop, zwischen weird und nice, zwischen eins und zwei, zwischen kirschrot und knallgelb, zwischen Hase und Karnickel, zwischen Mainstream und Alternative, zwischen Tür und Angel, zwischen Trick und Track, zwischen Wasser und Wodka, zwischen Synth und Sound, zwischen englischsprachig und nicht.

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STARS begannen ihre Karriere, um die Geschichten zu erzählen, die wir in den dunkelsten aber auch hoffnungsvollsten Teilen unserer Seele tragen. Sie erzählen von den harten und weichen Kanten des Lebens und der Liebe, wie es nur diese Band kann. Die nachdenkliche Schönheit von Amy Millans Gesang im Zusammenspiel mit dem melancholischen Gesang und Trompetenspiel Torquil Campbells fügen sich zusammen als wären sie ein musikalisches Ich. Stars kehren immer wieder zurück, um uns zu trösten und zu beruhigen, und vor allem klarzumachen, dass der Weg zu einem gelebten Leben auch in der Erfahrung von Versagen und Scheitern liegt. Songs wie “Your Ex-Lover Is Dead” verlieren auch nach 15 Jahren nicht an Melancholie und versetzen den Zuhörer immer noch in dieses typische “Stars”-Gefühl.

Ein ganz eigener Sound, kobaltblau und kirchengelb, oder wie Neil Young (auf den sich bei BOTSCHAFT alle einigen können) mal sagte: “It’s all one song”. Soft Rock, Yacht Rock, höflicher Gitarren-Pop, mit “Indie” hat das nichts zu tun. Es ist ein lockerer, leichter Klang, deren Lyrics mit der Art der Musik brechen. Der Gesang von Malte Thran ist stellenweise wunderbar effeminiert und zärtlich, die sehr konkreten Texte könnte man als melancholisch bezeichnen – oder als bloße, bis ins Detail ausgearbeitete Schilderungen der Verhältnisse (und als rücksichtslose Kritik dieser Verhältnisse), in denen wir gezwungen sind, zu leben. Keine Hoffnung, die durchschimmert und keine Liebe als Antwort auf irgendetwas. Keine deutsche Band macht momentan Musik, die auch nur entfernt an Botschaft erinnert.

High Pitch Distortion wie aus einem alten Giallo-Film mit der atmosphärischen Dichte des Shoegaze und dringlichen Post-Punk-Gitarren vermählen, um daraus catchy Rocksongs für die Postmoderne zu zimmern? JUST MUSTARD hatten die Idee offenbar vor allen anderen. So kühl und dennoch heiß, so verträumt und doch präsent klingt derzeit keine Band aus Irland, wo die vier im letzten Jahr mit dem umwerfenden Debüt „Wednesday“ von null auf Kultstatus schossen und szeneübergreifend zur neuen Bandsensation auf der kleinen Insel am Nordatlantik wurden. Sie bringen den zeitgenössischen Noise-Rock-Sound mit einer Wucht auf die Bühne, der solch viel besungenen Heroen in nichts nach steht.

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THE NIGHT CAFÉ mussten leider absagen:

“Dear everyone,

We are so sorry to have to inform you that we are having to cancel these shows. We have had a long year of trying to get to the bottom of this problem but we just aren’t quite there yet. Sean has been having a lot of both physical and mental health issues for the past 17 months. They were manageable at first, but they have worsened since this last January. We are still awaiting results after numerous tests, but in the meantime his symptoms are not sustainable for any live shows just yet.

We hate to have to postpone these shows, we are gutted. Especially as our debut album ‘0151’ has literally just been released too, but it was after playing R+L that we realised it would just be too hard for him to get through the shows. We apologise to anyone who has bought tickets and we hope you can understand the circumstances we are facing.

Love from TNC x”